Es lebt unter uns, und nicht erst seit heute
eine Majorität, genannt: Alte Leute,
nach denen wir kaum noch schau´n wie halb blind
annehmen, dass die schon immer so sind.

Den Blick vor den Füßen oder in der Ferne
den Raum dazwischen überseh´n sie wohl gerne,
Oma und Opa genannt von der Jugend
seh´n sie im Brav-sein die einzige Tugend.

Wo ist da in ihnen die Frau, der Mann,
den man ohne Schmus akzeptieren kann
wie eine Rüstung aus grauem Gestein
schließt sie das Alt-sein in sich ein.

Oder ist ihr Alt-sein nur ein gnädiger Trick,
mit dem sie vor dem neidischen Blick
jener Jungen, die eigentlich alt sind, bedecken
die seelische Jugend und sie so verstecken?

Aus dieser Erfahrung ist ein Märchen entstanden,
wo zwei junge Mädchen einen Bären fanden,
unter dessen zottiger Bärenhaut
das Goldhaar des Prinzen hervorgeschaut.

Epilog:
Doch warum schaue ich hier nicht hin?
Wo ich sonst doch auf alles so neugierig bin?
Warum will mein Herz sich nicht trau´n?
Vielleicht um nicht der eigenen Möglichkeit
auch mal alt zu werden in Einsamkeit
ins flatternde Auge zu schau´n!